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Wohnungsmangel, Wohnraumverdichtung und immer mehr Beton

Ein großes Problem unserer Zeit ist die Knappheit von Wohnraum. Eigentlich muss man jedoch spezifizieren. In Deutschland ist reichlich Wohnraum vorhanden, allerdings nicht dort, wo die Menschen gerne wohnen möchten. Die zehn größten Städte Deutschlands sind vor allem sehr gefragt, denn hier gibt es eine gute Infrastruktur, Lebensqualität und Arbeit. Hinzu kommt, dass viele Menschen Gewohnheitstiere sind und nicht gerne ihr Umfeld zurücklassen.

Aus dieser Realität erwächst eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. In Berlin konnten wir bereits erleben, dass hohe Mieten schnell zu einem Problem werden und die Bürger spalten können. Die Mietpreisbremse, das Besetzen von Häusern und Demonstrationen stören den sozialen Frieden nachhaltig. Doch wie kann man diesen Gefahrenherd in den Griff bekommen?

Interview mit Steven Morgan

Großstädte sind attraktiv und wachsen zu langsam

Wir haben mit Steven Morgan gesprochen, Inhaber des Unternehmens Morganland. Als Garten- und Landschaftsbauer hat er regelmäßig Kontakt mit Menschen, die sich selbst Wohnraum schaffen und ein Haus bauen. Die Leiden, die diese Menschen häufig erleben mussten, sind immer wieder die Selben. Sie kämpfen mit sehr strengen Bauauflagen, der Erteilung einer Baugenehmigung und einer hohen Steuerbelastung. Wieso legt unsere Gesellschaft jenen die Wohnraum schaffen, so viele Steine in den Weg? Wäre es nicht sinnvoller sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen?

Wieso steigende Mieten gut für den Staat sind

Je mehr Menschen in Deutschland auf der Suche nach einer Wohnung sind, desto wertvoller wird Wohnraum. Das treibt die Mieten in die Höhe und belastet Privathaushalte. Wir wenden uns an den Staat und hoffen, dass er uns dabei hilft die Mieten niedrig zu halten, doch er war in der Vergangenheit keine große Hilfe.

In Berlin werden immer wieder Neubauprojekte gestoppt und verzögert. Zeitgleich wird ein Mietendeckel beschlossen, der wahrscheinlich verfassungswidrig ist und die hohen Mieten nicht deckeln kann. Ganz im Gegensatz: Er wird dazu führen, dass Wohnraum weiter knapp bleibt und bei Besichtigungen etliche Menschen um die Wohnung kämpfen müssen.

Ein offensichtlicher Grund dafür ist, dass der Staat selbst einer der größten Vermieter unseres Landes ist. Er besitzt zahlreiche Immobilien, die in unterschiedlichster Form vermietet werden. Er profitiert also direkt von hohen Mietpreisen.

Wie können die Mieten reduziert werden?

Würde man die Mieten tatsächlich reduzieren wollen, müsste man zunächst dafür sorgen, dass mehr Menschen in einem Eigenheim wohnen können. Dazu sind Fördermaßnahmen, sichere Arbeitsplätze, mehr Baugrund und die Abschaffung der Grunderwerbssteuer und Grundsteuer notwendig. Deutschland hat im europäischen Vergleich den geringsten Prozentsatz an Eigenheimbesitzern. Das führt dazu, dass die Bevölkerung enorm von den Mieten abhängig ist.

Darüber hinaus müsste dafür gesorgt werden, dass mehr günstiger Wohnraum von Investoren geschaffen werden kann. Durch die sehr starken Rechte der Mieter, die enormen Grundstückspreise und die hohen Baukosten lohnt es sich jedoch nicht günstige Wohnungen zu bauen. Um eine einigermaßen solide Rendite erzielen zu können, muss man sich als Investor auf das Luxussegment konzentrieren. Hier muss die Politik die Rahmenbedingungen dringend ändern.

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